Schwerpunkte diakonischer Arbeit

Die Diakonie Deutschland gehört mit ihren über 33.000 Angeboten und einer Kapazität von über 1,2 Millionen Betten und Plätzen bundesweit zu den größten Trägern von Einrichtungen für die Pflege, Betreuung und Begleitung von Menschen. In diesen Einrichtungen engagieren sich 600.000 qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um das Wohl ihrer Mitmenschen. Wir arbeiten in den Hilfefeldern Kinder und Jugendliche, Altenhilfe, Hilfe für Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete, Teilhabe für Menschen mit Behinderung, Frauen, Hospiz und Innovation. Ziel der Bundesstiftung Diakonie ist die Förderung von Innovationen in diesen Tätigkeitsfeldern.

Kinder und Jugendliche

Der größte Schwerpunkt der diakonischen Arbeit liegt in der Kinder- und Jugendhilfe. Fast 650.000 Plätze in der Kinder- und Jugendhilfe gibt es bei der Diakonie.

Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Sie verdienen besonderen Schutz und Förderung. Die Angebotspalette der Diakonie für Kinder und Heranwachsende ist breit gefächert. Neben Kindertagesstätten betreibt die Diakonie Förderschulen für lernbehinderte Kinder, Beratungsstellen, Jugendbildungsstätten und Jugenderholungsangebote ebenso wie therapeutische Einrichtungen für suchtkranke Jugendliche und Freizeit- sowie Wohnheime für Jugendliche in der Ausbildung.

Die Kinder- und Jugendhilfe ist ein klassisches Feld diakonisch-sozialen Handelns, das zur Gründung der Inneren Mission geführt und in den letzten 150 Jahren eine große Ausdehnung, Entwicklung und charakteristische Veränderungen erfahren hat.

Was Kinder und Jugendliche heute an Bildungsprozessen und Anpassungsleistungen in der modernen Gesellschaft zu leisten haben, ist ein sehr komplexer Prozess. Oft kommen Familien an den Rand ihrer eigenen Möglichkeiten. Die Diakonie bietet Unterstützung dort an, wo Hilfe benötigt wird, sodass Kinder sich in Freiheit und Gemeinschaft entfalten können. Dabei sind der Diakonie innovative Ansätze wichtig, um auf die sich stetig wandelnden gesellschaftlichen Herausforderungen mit unterschiedlichen Angeboten in stationären, teilstationären und offenen Angeboten reagieren zu können. Das Ziel ist, Kindern und Jugendlichen Lebensperspektiven zu eröffnen.

So wie im Projekt „Sonne – bauen statt klauen“. Das von vier Jugendlichen gegründete Projekt hat Mitte 2006 ein Jugendhaus in Bockau geschaffen, das sich an Jugendliche wendet, die beispielsweise Probleme mit Drogen, politischem Extremismus, Gewalt oder Arbeitslosigkeit haben. Es bietet Maßnahmen zur Berufsvorbereitung, zur Gewaltprävention und zur Integration an. Die Diakonie Bundesstiftung hat dieses Projekt gefördert.

Unterstützen Sie uns bei der Arbeit für Kinder und Jugendliche!

Altenhilfe

Alte und pflegebedürftige Menschen verdienen den besonderen Schutz und Respekt ihrer Mitmenschen. Sie haben ein Anrecht darauf, in Würde zu altern. Viele sind im letzten Lebensabschnitt nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen, da sie krank oder gebrechlich geworden sind. Zunehmend mehr ältere Menschen haben keine Angehörigen im näheren Umfeld, die regelmäßig für sie sorgen können.

Die Diakonie bietet Menschen eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten. Dazu gehören Tages- oder Kurzzeitpflege, Seniorenwohnungen, Betreutes Wohnen und vollstationäre Einrichtungen der Altenpflege mit pflegefachlichem Angebot. Auch in Seniorenbegegnungsstätten, Beratungsstellen für ältere Menschen oder mit Mahlzeitendiensten ist die Diakonie für ihre älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger aktiv. Mit ihren Kapazitäten zählt die Diakonie im Bereich der Altenhilfe zu den größten Anbietern bundesweit.

Unterstützen Sie uns bei dieser Arbeit!

Hilfe für Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete

In den Jahren 2015 und 2016 gerieten Flüchtlinge ganz besonders in den Blick: Hunderttausende Menschen verließen aufgrund von Kriegen ihre Heimatländer, um in Europa Schutz und Asyl zu suchen. Auch in 2022 kommen wieder Geflüchtete nach Deutschland. Viele Menschen in der Ukraine mussten ihr altes Leben aufgeben. Aber auch viele andere Gründe führen dazu, dass Menschen keine Perspektive für sich sehen und ihre Heimat verlassen.

Die Diakonie heißt eingewanderte und geflüchtete Menschen in Deutschland willkommen, indem sie praktische Hilfe anbietet und für die Rechte sowie Interessen der Betroffenen eintritt. Grundlage für dieses Handeln ist das Verständnis von Nächstenliebe. Diakonische Zuwendung basiert auf der Überzeugung, dass jeder Mensch ein von Gott gewolltes, würdiges Gegenüber ist und unsere Solidarität verdient. Notunterkünfte für Geflüchtete, Wohnheime, Migrationsberatung für zugewanderte Menschen, Flüchtlingssozialarbeit und Angebote für unbegleitete Jugendliche sind ein Ausschnitt aus den Angeboten der Diakonie.

Teilhabe für Menschen mit Behinderungen

Ein großes Arbeitsfeld der Diakonie sind Angebote für Menschen mit Behinderungen. Im Jahr 2018 hat der Gesetzgeber in Deutschland – in Anlehnung an eine UN-Konvention – die Weichen zu einer inklusiven Gesellschaft gestellt. Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderungen ihr Leben möglichst individuell und selbstbestimmt führen können. Dazu sollen sie so unterstützt werden, wie es ihrem individuellen Bedarf entspricht. Dies gilt ganz besonders für das Wohnen sowie den Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt. Menschen mit Behinderungen benötigen oftmals Assistenz, damit sie am täglichen Leben teilhaben können. Die Diakonie macht sich aber auch dafür stark, Barrieren durch Vorurteile und Vorbehalte abzubauen. Zum weitgefächerten Angebot der Diakonie für Menschen mit Behinderungen zählen beispielsweise Wohnheime, ambulant betreutes Wohnen, berufliche Integration, Frühförderung, Arbeit und diverse Unterstützungsangebote.

Frauen

Frauen sind in Deutschland nach wie vor in vielen Bereichen benachteiligt: Sie werden beispielsweise schlechter bezahlt als Männer und sind überproportional geringfügig beschäftigt. Sie sind stärker von Armut betroffen und häufiger Opfer häuslicher Gewalt. Frauen leisten den weit überwiegenden Anteil an Familien- und Sorgearbeit.

Die Diakonie setzt sich dafür ein, dass sich Rahmenbedingungen und Strukturen verändern, die Frauen eine eigenständige Absicherung ermöglichen. Dazu gehört, dass Frauen auch mit Familie (vollzeitnah) arbeiten können, flexibel Ganztagsangebote für Kinder in Kita und Schule vorfinden sowie familienfreundliche Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer ermöglicht werden.

Ein weiterer Teil unseres Netzwerkes ist das Müttergenesungswerk, in dem Frauen Erholung finden können.

Dass Frauen Schutzräume und geschlechtsspezifische Angebote benötigen, haben diakonische Träger frühzeitig erkannt und unter anderem 2003 die erste Frauennotunterkunft in Berlin-Mitte eröffnet. Leider sind weitere Häuser notwendig, denn seit fast 20 Jahren hat sich die Situation für wohnungslose Frauen in Berlin kontinuierlich verschlechtert: Durch die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt verlieren immer mehr Frauen und ganze Familien ihr Zuhause, landen in Wohnheimen oder auf der Straße.

Ein weiteres geschlechterspezifisches Problem stellt häusliche Gewalt dar, als Tabuthema bleibt sie nach außen hin oft unsichtbar. Die betroffenen Frauen zeigen aus Scham und Angst nicht, dass sie gedemütigt und verletzt worden sind. Viele suchen auch die Schuld bei sich und verschleiern das Erlebte. Ein Frauenhaus ist anonym, die Adressen sind nicht öffentlich bekannt. Online gibt es ein Frauenhausverzeichnis. Die Diakonie ermöglicht auch hier, dass Schutzsuchenden geholfen wird.

Auch in Kriegssituationen sind Frauen diejenigen, die besondere Gewalt erleben. Untersuchungen zeigen, dass bewaffnete Konflikte die Zunahme von Gewalt gegen Frauen begünstigen. Kriegstraumata bei Soldaten können zu verstärkter Gewalt gegen Frauen und Kinder führen. Verschärft wird dies durch die Zementierung traditioneller Geschlechterrollen, wenn Frauen und Kinder fliehen und Männer an den Fronten zurückbleiben.

Helfen auch Sie Frauen in Not!

Hospiz

Hospizarbeit ist aus einer Bürgerbewegung heraus entstanden und wird bis heute maßgeblich vom ehrenamtlichen Engagement getragen. Sie steht für ein ganzheitliches Konzept zur Beratung und Begleitung schwerstkranker oder sterbender Menschen. Ziel ist es, die letzte Lebensphase so lebenswert wie möglich zu gestalten und den Menschen ein Sterben in Würde und Geborgenheit zu ermöglichen.

Hospizarbeit besteht auch darin, Angehörige und nahestehende Menschen in der Zeit des Abschiednehmens und der Trauer zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, den Verlust emotional zu verarbeiten.

In der Hospizarbeit wird auch die Palliativversorgung (Palliative Care) angewendet. Sie hat zum Ziel, schwerstkranken oder sterbenden Menschen eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Tod zu ermöglichen. Dabei soll – den Bedürfnissen und Wünschen der Betroffenen entsprechend – körperliches, psychisches, soziales und spirituelles Leiden optimal gelindert werden.

Palliativversorgung bezieht sich nicht nur auf die letzte Phase des Lebens. Auch Menschen mit einer schwerwiegenden chronischen Krankheit können von Palliativversorgung profitieren – zum Beispiel, indem ihre Schmerzen gelindert werden.

Derzeit gibt es in Deutschland ca. 1.500 ambulante Hospizdienste, einschließlich der ambulanten Hospizdienste für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Hinzu kommen ca. 250 stationäre Hospize sowie 18 stationäre Hospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Deutschlandweit gibt es ca. 340 Palliativstationen in Krankenhäusern.

Etwa zwei Drittel der stationären Hospize und 50 Prozent der Krankenhäuser mit Palliativstation sind in christlicher Trägerschaft. Darüber hinaus gibt es derzeit ca. 361 Teams der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung.

Hospizarbeit ist in der Diakonie eng mit ehrenamtlichem Engagement verbunden. Mitarbeitenden in Pflegeheimen und Krankenhäusern fehlt oft die Zeit, sich um die Sterbenden in angemessener Weise zu kümmern.

So wurden durch das Projekt „Sitzwache – Begleitung von sterbenden Menschen und deren Angehörigen“ sterbende Patientinnen und Patienten begleitet und sich ganz nach deren Bedürfnissen gerichtet. Das Projekt fand im Rahmen des ehrenamtlichen Besuchsdienstes der Grünen Damen und Herren durch die Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V. (eKH) statt und wurde von der Diakonie Bundesstiftung gefördert.

Unterstützen Sie uns bei der Hospizarbeit!

Innovation

Die EU definiert soziale Innovationen als Innovationen, die sowohl in Bezug auf ihre Zielsetzung als auch ihre Mittel sozial sind und die sich auf Entwicklungen und Umsetzung neuer Ideen (für Produkte, Dienstleistungen und Modelle) beziehen, die gleichzeitig einen sozialen Bedarf decken und neue soziale Beziehungen oder Kooperationen schaffen und dadurch der Gesellschaft nützen und deren Handlungspotential eine neue Dynamik verleihen.

Zur wirkungsvollen Ausschöpfung der sozialen Innovationskraft ist eine Bündelung der verschiedenen Perspektiven, Kompetenzen und Herangehensweisen mit anderen Akteuren nötig. Bei Innovationen geht es also auch um Partnerschaften, Netzwerke und Lösungen anderer Branchen. Mit sozialen Innovationen sollen gesellschaftliche Probleme wirksamer gelöst werden als durch bestehende Ansätze, Praktiken oder Angebote.

Die Diakonie Deutschland hat aufgrund der Vielfalt ihrer Handlungsfelder, Akteure und Erfahrungen großes Potential, wertorientierte Lösungen zu identifizieren und voranzutreiben. Es entstehen Probierräume und Pilotprojekte mit den Zielgruppen der Diakonie, neue Verfahren und Herangehensweisen an Probleme und Herausforderungen, mit denen die Menschen, die uns anvertraut sind, zu kämpfen haben. Oft haben sie auch selbst Ideen, die wir umsetzbar machen. Die Diakonie hat Projekte in sozialen Innovationen, Kooperationen zwischen Start-ups und der Diakonie und diakonische Innovationslabore. Die Bundesstiftung Diakonie möchte diese Innovationen finanzierbar machen.

Helfen Sie uns dabei!